Vorgeschichte

Seit meiner Kindheit hatte ich mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Oft hatte Kopfschmerzen, konnte nicht gut schlafen und hatte Probleme mit meiner Verdauung. Da ich mit diesen Symptomen aufwuchs, war mir lange Zeit gar nicht bewusst, dass etwas mit mir nicht stimmte. Im Laufe der Zeit wurden die Symptome aber stärker, sodass ich begann, nach der Ursache zu suchen. In der zehnten Klasse stellte ich schließlich fest, dass der Konsum von Milch die Symptome verstärkte. Also begann ich, Milchprodukte zu vermeiden. Dadurch verbesserte sich mein Zustand etwas, aber im Laufe der Jahre ging es mir trotzdem wieder schlechter. Gegen Ende meines Bachelorstudiums fühlte ich mich die meiste Zeit so schlecht, dass ich kaum noch Energie hatte, um meinen täglichen Verpflichtungen nachzukommen. Ich hatte aber beobachtete, dass ich sich abhängig davon, was ich gegessen hatte, mein Zustand veränderte. Um die Ursache genau zu identifizieren, aß ich eine Woche lang nichts anderes als Reis und Wasser. Danach begann ich, Tag für Tag verschiedene Grundnahrungsmittel zu testen. Als ich einen Tag lang nur Dinkelnudeln gegessen hatte und meine Verdauung deutlich darauf reagierte, war mir klar, dass Gluten ebenfalls ein Problem war. Mit der Zeit stellte ich noch weitere Unverträglichkeiten fest, wie zum Beispiel gegen Lauchgewächse (z. B. Zwiebel oder Knoblauch) und fetthaltige Speisen generell. Letztendlich aß ich zu Hause nur noch Reis mit Gemüse. Bei Freunden oder im Restaurant musste ich sehr aufpassen, da meine Verdauung fast einen Monat benötigte, um sich von kleinsten Mengen problematischer Lebensmittel. In den meisten Restaurants blieb außer einem Salat nichts anderes übrig, was ich essen konnte. In einigen Restaurants konnte ich sogar auf der Speisekarte gar nichts Passendes finden.

Auch mehrere Ärzte konnten mir nicht weiterhelfen. In der Gastroenterologie wurde mir schließlich das Reizdarmsyndrom diagnostiziert, das ich dadurch behandeln sollte, dass ich auf alle Lebensmittel verzichte, die ich nicht vertrug.

Tag der Heilung (12.8.2024)

Ich war im August 2024 mit meiner Familie in Tirol im Urlaub. Aufgrund des schönen Wetters entschieden wir uns, den Tag an einem Badesee zu verbringen und hatten dort eine sehr schöne Zeit. Um etwa 15 Uhr machten wir uns auf dem Rückweg zum Hotel, um dort etwas Kuchen zu essen. Auf dem Buffet stand unter anderem ein gluten- und laktosefreier Käsekuchen. Ohne lange darüber nachzudenken, nahm ich mir ein Stück davon. Zuerst wunderte ich mich, wie man ohne Milch einen so guten Kuchen backen kann, bis mir einfiel, dass laktosefrei in diesem Fall bedeutete, dass laktosefreier Quark beim Backen verwendet wurde. Das war ein Problem, denn mit Laktose hatte ich kein Problem, allerdings mit Milcheiweiß. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich das Stück Kuchen jedoch schon gegessen.

Am Abend, als ich schon im Bett lag, spürte ich die ersten Symptome. Für den nächsten Tag hatte ich aber eine sehr anspruchsvolle Bergwanderung geplant und konnte gerade jetzt eine unerholsame Nacht und einen geschwächten Körper überhaupt nicht gebrauchen. Also versuchte ich, im Glauben die Heilung durch Jesus für mich in Anspruch zu nehmen. Denn im Wort Gottes steht geschrieben, dass Jesus schon für unsere Heilung bezahlt hat und dass jeder, der Glauben (also Vertrauen, eine feste Überzeugung) hat, diese Heilung empfangen wird, wenn er darum bittet.

Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. ~ Jesaja 53,5

Darum sage ich euch: Alles, was ihr auch immer im Gebet erbittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, so wird es euch zuteil werden! ~ Markus 11,24

Es gab aber noch Zweifel in meinem Herzen, ob die Heilung funktionieren würde. Frustriert über meinem Unglauben sprach ich halb zu mir selbst, halb zu Gott: “Wo ist jetzt mein Glaube?“. Daraufhin begann plötzlich der Heilige Geist, durch mich zu sprechen: “Feind, du hast diesen Körper lange genug in Knechtschaft gehalten. Doch Jesus hat gesiegt, er hat überwunden, ja er hat mehr als überwunden. Ich bin erkauft durch sein Blut. Ich gehöre ihm und du hast kein Anrecht an mir!“. Während ich diese Worte aussprach, war es, als würde ich Satan direkt ansprechen, als würde ich ihn mit meinen Worten anvisieren. Ich sah außerdem vor meinem inneren Auge, wie eine Art Band, das zwischen mir und dem Feind existiert hatte und seinen Einfluss auf mein Leben darstellte, zerriss. Sein Einfluss hatte keine Macht über mich, denn ich sah, dass ich im Königreich Gottes stand, wo Jesus herrscht und der Feind keine Macht hat.

Nach diesen Worten und Eindrücken war ich zuerst sehr überrascht über das, was gerade passiert war. Ich stellte aber fest, dass ich trotzdem weiterhin nicht von meiner Heilung überzeugt war. Kurz darauf las der Erzähler des Bibelhörbuchs, das ich immer beim Schlafen über Nacht laufen lasse, die Bibelstelle Apostelgeschichte 19,6 vor:

Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten. ~ Apg 19,6

Als ich diese Worte hörte, spürte ich, wie der Heilige Geist erneut in mir zu wirken begann. Er bewirkte einen übernatürlichen Glauben in mir und ich war auf einmal fest von meiner Heilung überzeugt. Aus Freude und Dankbarkeit blieb ich noch lange wach und dachte über das nach, was gerade geschehen war. Erst gegen 2 Uhr konnte ich - immer noch erfüllt von Freude - einschlafen.

Der folgende Tag

Am nächsten Tag stand ich früh auf und bereitete mich schnell auf die geplante Bergtour vor. Es sollte vom Gaistal aus auf die Zugspitze gehen, mit 19 km beim Aufstieg, 25 km beim Abstieg und insgesamt 2.600 Höhenmetern. Im Glauben an meine Heilung aß ich in der Früh ein Käsebrötchen und machte mich zügig auf den Weg. In weniger als der halben angeschriebenen Zeit und mit nur 0,75 Liter Wasser im Gepäck erreichte ich nach 5 Stunden den Gipfel. Ohne meine Heilung hätte ich es nicht in dieser Zeit geschafft und hätte außerdem wesentlich mehr Wasser benötigt, da mich Milchprodukte aufgrund meiner Unverträglichkeit immer sehr durstig machten. Beim Rückweg musste ich mich beeilen, da ich ein Gewitter im Rücken hatte. Dadurch war ich schnell genug im Tal, um die letzten 10 km zum Hotel zu laufen, ohne zu spät zum Abendessen anzukommen. Letztendlich dauerte die Tour knapp unter 12 Stunden und ich lief insgesamt etwas mehr als einen ganzen Marathon. In meinen Augen war es vom Start bis zum Ende eine perfekte Tour, ohne dass ich es so hätte planen können. Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott mir diesen Tag geschenkt hat, um mir zu zeigen, dass ich wirklich gesund bin und wie gut und genial er ist. Wieder im Hotel angekommen hatte ich keine Bedenken mehr, mir am Buffet verschiedenste Schmanckerl wie Kasspatzen oder Rindshackse mit Soße zu holen, die ich noch 24 Stunden vorher nie angerührt hätte. Halleluja!